Veränderungen in Deutschlands Apotheken Jun07

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Veränderungen in Deutschlands Apotheken

Apotheken besaßen in Deutschland für lange Zeit eine „Monopolstellung“. Verkaufspreise für apothekenpflichtige und verschreibungspflichtige Arzneimittel waren von den Herstellern festgelegt, daran war nicht zu rütteln. Das hatte für die Verbraucher zwar den Vorteil, dass sie in jeder Apotheke Deutschlands die gleiche Preise z.B. für eine Packung Aspirin zahlen mussten, ließ jedoch keinen Wettbewerb zu. Für die Apotheke bedeutete dies Sicherheit bezüglich ihres Einkommens.

Mit Einführung der ersten online Apotheken geriet das System ins Wanken. Noch 2003 war der Handel mit Arzneimitteln über das Internet untersagt gewesen. Letztendlich war es die Verfassungsbeschwerde zweier Apotheker, die dazu führte, dass zum 01. Januar 2004 der Versandhandel über online Apotheken zugelassen wurde. Gleichzeitig wurde die Preisbindung für apothekenpflichte Arzneimittel aufgehoben. Seitdem dürfen Apotheken Rabatte auf diese Medikamente anbieten, womit insbesondere online Apotheken prompt begannen. Dies führte unweigerlich dazu, dass auch in herkömmlichen Apotheken Rabatte angeboten wurden mussten. Die Apotheken standen damit einerseits vor dem Problem, dass online Apotheken mit Sonderangeboten lockten und gleichzeitig auch Rezepte annehmen und bearbeiten durften. Das hatte unweigerlich Einkommenseinbußen zur Folge, und damit wurden Arbeitsplätze unsicherer. In online Apotheken wurden hingegen neue Jobs geschaffen. Sie kommen allerdings mit weniger Personal aus. Darüber hinaus sah man sich in der herkömmlichen Apotheke erstmalig mit einem echten Wettbewerb konfrontiert, denn es wurde von den Kunden immer häufiger auf die preisgünstigere Ware aus dem Internet verwiesen.

Aber es gibt noch weitere Gründe für die Etablierung von online Apotheken. Es gibt schlichtweg manche Erkrankungen, über die der Apotheker im Dorf nichts wissen soll. Gerade bei depressiven Erkrankungen oder bei Impotenz weiß man die Anonymität der online Apotheke zu schätzen. Vielen Menschen ist es unangenehm mit ihren Erkrankungen nach außen zu treten. Andererseits sind Apotheken von jeher auch Orte, an denen außerhalb der Arztpraxis fachkundig über das persönliche Schicksal gesprochen werden konnte – und zwar von Angesicht zu Angesicht. Eine online Apotheke kann zwar telefonische Beratung liefern. Ob dies ausreichend ist, entscheidet der Kunde.

 

© Andrea Damm / pixelio.de